|
 |
|
| A.Dudel und S.Albert: Sozusagen grundlos vergnügt
Die CD „Sozusagen grundlos vergnügt“ wurde im NDR-Funkhaus aufgenommen: Die Diseuse und Schauspielerin Alix Dudel singt und rezitiert Lieder und Lyrik von Mascha Kaléko, der Gitarrist Sebastian Albert spielt dazu Musik von Herbert Baumann. Kaléko,, die von 1918 bis 1938 in Berlin lebte, war ein famose Großstadtpoetin. Ihre Texte sind so schön, dass es weh tut. Dudel wiederum versteht es meisterhaft, den Gedanken der Dichterin einen angemessenen Ausdruck zu verleihen. Mit der Geste der altermilden Diva, die alles gesehen und erlebt hat, singt sie wundervolle Chansons wie „Einem Kinde im Dunkeln“ und liest lakonische Gedichte wie „Was man so alles überlebt“ und „Träumer mittleren Alters“. „....Mein Schicksal bleibt es, Träumen nachzujahgen – ein hoffnungslos verlornes großes Knd“, lautet eine von vielen Passagen, die die Seele zum Schwingen bringen: toll!
(STADTKIND, Hannover, Juli 2011) |
| |
 |
Tränen
Chanson
Alix Dudel verneigt sich vor Mascha Kalékos Lyrik
Von Isabel Herzfeld
Dieses Album ist etwas für einsame Herbstabende und zugleich etwas für laue Sommernächte zu zweit. Es vereint Widersprüchliches mit leichter Hand: Melancholie und Heiterkeit, distanziert ironische Beobachtung und rückhaltloses Gefühl, Zynismus und Zärtlichkeit. Seismografisch loten die Texte der Mascha Kaléko das Empfinden von Fremdsein und Einsamkeit aus, sind mit ihrer Zeitfühligkeit und ihrem Großstadtflair zudem ideale Chanson-Vorlagen. Mit einer geschickten Zusammenstellung 43 aphoristisch kurzer Nummern lässt die Hannoveraner Diseuse Alix Dudel das bewegte Leben der 1907 in Galizien geborenen Dichterin Revue passieren. Da reflektiert das „Interview mit mir selbst“ die erste Emigration der Elfjährigen nach Berlin, den blächelten Kinderglauben, „dass, wenn die Kriege aus sind, Frieden sei“. Nach zunehmenden Anfeindungen durch die Nazis emigrierte Kaléko in die USA. Nach Kriegsende lebte sie in Israel, London und zuletzt Zürich, wo sie 1975 starb. Zuvor hatte sie Mann und Sohn innerhalb von fünf Jahren verloren – und doch fand sie „sozusagen grundlos vergnügt“ in der Menschenliebe „die Leiter, die zum Himmel führt“.
Ganz in der Tradition einer Marlene Dietrich oder Hildegard Knef gibt Alix Dudel Kalékos gebrochene Gemütslagen facettenreich wieder. Eindrucksvoller noch als bei den melancholisch-schlichten Vertonungen von Herbert Baumann entfaltet sich ihre rauchig dunkle Stimme jedoch in den gesprochenen Texten. Sebastian Albert ist auch hier ein sensibler Gitarrenbegleiter, der die Töne lautmalerisch etwa wie die Tränen des Regens „unter fremdem Dach“ tropfen lässt.
Sozusagen grundlos vergnügt. Lieder und Lyrik von Mascha Kaléko.
Musik von Herbert Baumann. Alix Dudel und Sebastian Albert.
Duo-Phon 2011/www.duo-phon-records.de
(Jüdische Illustrierte, 16. Juni 2011) |
| |
 |
| |
ALIX DUDEL & SEBASTIAN ALBERT
Sozusagen grundlos vergnügt
(CD, Album, duo-phon records)
Ein ganzen Album mit der Poesie von Mascha Kaléko – hervoragend interpretiert von Alix Dudel, einfühlsam auf der Konzertgitarre vom Hamburger Sebastian Albert begleitet. Er schafft wunderbare Räume für die vielfältige Lyrik der 1938 von Berlin aus in die USA emigrierten Künstlerin. Alix Dudel spricht und singt als wenn sie mit den Texten groß geworden wäre... Man merkt den Texten nicht an, dass sie aus dem letzten Jahrhundert kommen. Sie klingen durchweg aktuell wie nie zuvor.
(magaScene, Hannover, Juni 2011)
|
|
|
 |